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Studie: Solarenergie in Spanien spätestens 2010 konkurrenzfähig

Geschrieben von Heiko am Dienstag, 10. April 2007

Solarstrom in Spanien für 9 Cent pro Kilowattstunde in wenigen Jahren 
- bald große neue Märkte für Solarenergie - unabhängig von Fördergeldern
In sonnenreichen Regionen Spaniens werden große Photovoltaikkonzerne bereits im Jahr 2010 in der Lage sein, Solarstrom für Kosten von lediglich 9 Cent pro Kilowattstunde herzustellen. 
Einer neuen internationalen Branchenstudie zufolge wird Solarenergie doch sehr viel schneller konkurrenzfähig als bislang angenommen. Auch in Japan oder Kalifornien seien 11 Cent realistisch. Sogar in Süddeutschland sollte es dann möglich sein, den Strom für circa 15 Cent zu produzieren.

So könnte etwa in Spanien die Produktion von Solarstrom schon in drei Jahren das Kostenniveau von neuen Braunkohlekraftwerken erreichen, heißt es in der Untersuchung der Beratungsgesellschaft "Photon Consulting", die anfang April in München vorgestellt wurde. Durch die rapide sinkenden Kosten könnten schon bald große neue Märkte für Solarenergie entstehen - unabhängig von Fördergeldern, hieß es.

(So werden große Solarparks am spanischen Photovoltaikmarkt bereits jetzt als Investitionsanlagen angesehen. Lesen Sie dazu: Investitionsanlage Solarparks Spanien )

Gute Nachrichten für das Klima
Die Ergebnisse lassen aufhorchen: Zum einen dürfte die Photovoltaik wesentlich schneller konkurrenzfähig werden, als man es bislang geglaubt hatte. So werde die Herstellung samt Installation der Anlagen und Lohnkosten im Jahr 2010 nur noch bei knapp 2100 € pro Kilowatt Leistung liegen. Im vergangenen Jahr schlugen diese Kosten noch mit fast 2900 € zu Buche. Demzufolge könnte ein durchschnittlicher Solarkonzern die Kilowattstunde Solarstrom, je nach Standort, für 10 bis 15 Cent erzeugen. An besonders günstigen Standorten in Spanien seien sogar Kosten von lediglich 9 Cent realistisch.

Das bedeute dann, dass in sonnenreichen Ländern die Gestehungskosten für Solarstrom nicht nur deutlich unter den Preisen für Haushaltsstrom liegen werde, sondern auch mit den Kosten mithalten könne, zu denen neu gebaute Braunkohlekraftwerke (die zu den billigsten Produzenten der fossilen Energiewirtschaft zählen) produzieren. So werde es für die großen Versorger immer lukrativer, in die Produktion und den Betrieb von Solaranlagen einzusteigen, in Zukunft ein gigantischer Markt. 
Dies wären gute Nachrichten für das Klima, wenn in den kommenden Jahren viele neue Solar- statt Kohlekraftwerke gebaut würden.

Aussagen auf einer solider Basis 
Die beiden Analysten Joel Conkling und Michael Rogol, die federführend an der Studie beteiligt waren, gelten als intime Kenner der Branche. Sie beobachten ständig mehr als 1000 Unternehmen und unterhalten zu etwa 300 von ihnen enge Beziehungen. Ihre Aussagen fußen also auf einer soliden Basis und erscheinen keineswegs als aus der Luft gegriffen. Darüber hinaus haben sie die Ergebnisse der Marktanalyse den Vorständen einiger großer Solarunternehmen zur Begutachtung vorgelegt. Auch hier hat es keine Einwände gegen die Arbeit gegeben.

Im Zentrum der Studie mit dem Titel „The True Cost of Solar Power: 10 Cents/kWh by 2010“, die Anfang April in München vorgestellt wurde, stehen kristalline Solarzellen. Dabei gingen der komplette Prozesse von der Herstellung bis zur Montage der fertigen Module auf ein Gestell und den Anschluss an den Wechselrichter, also die komplette Produktionskette in die Berechnungen ein.Gerade Hersteller, die möglichst viele Produktionsschritte im eigenen Haus erledigen, können also auf sehr gute Verdienste spekulieren, wie die Analysten betonen. 

Die Industrie freut sich, die Verbraucher gucken in die Röhre
So rosig die Zeiten auch für die großen Solarunternehmen werden dürften, die Nachrichten für die Verbraucher sind nicht ganz so gut. „Die Preise für Solarstrom haben sich im Jahr 2004 von den Kosten abgekoppelt. Weil die Nachfrage weitaus größer ist als das Angebot, werden Kostensenkungen nicht mehr automatisch an die Kunden weitergegeben. Diese Situation dürfte noch mehrere Jahre so bleiben“, dämpft Michael Rogol hier die Erwartungen. So habe eine Anfang 2007 durchgeführte Markterhebung der Fachzeitschrift PHOTON ergeben, dass die Preise für Solarstromanlagen in Deutschland heute so hoch sind wie im Jahr 2004. Sie seien zwar in den letzen Monaten deutlich zurückgegangen, doch insgesamt betrachtet von 2004 bis 2007 nicht gesunken. Solarkonzerne hätten in Zukunft weiter sehr gute Chancen, ihren Gewinn zu maximieren.

Also gute und schlechte Nachrichten für Freunde der Erneuerbaren Energien. Die Industrie darf sich freuen, die Verbraucher gucken zunächst in die Röhre. Allerdings sollte man nicht versuchen, die Stromkunden für dumm zu verkaufen und satte Gewinne einstreichen, während Otto-Normalverbraucher weiterhin tief in die Tasche greifen muss. Dann nämlich könnten sich die Prognosen doch noch als falsch herausstellen, weil plötzlich niemand mehr Solaranlagen auf dem eigenen Dach haben möchte.

Mehr dazu: Investitionsanlage Solarparks Spanien 

Quelle: www.photon.de

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