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Spanische Immobilenkrise und die Banken werden immer feister

Geschrieben von manfred am Donnerstag, 14. August 2008

Nachdem an dieser Stelle schon mehrfach auf die exorbitanten Risiken und dem fulminanten Immobilien Crash berichtet wurde, vergeht kaum ein Tag in Spanien, an dem nicht von den Folgen der "geplatzten Traeume" in den hiesigen Medien berichtet wird.

Mal kommen Berichte von insolventen Baufirmen, mal von den leidtragenden Kaeufern und dazwischen immer froehliches Dummgeplapper der spanischen Zentralregierung. Man halte sich nur den legendaeren Spruch von Regierungschef Zapatero, "es gibt keine Wirtschaftskrise" aus dem Februar vor Augen.

Diesmal jedoch treibt eine kleine Meldung jedem einigermassen intelligenten Menschen, und mit einigermassen ist jeder gemeint der nicht im Wachkoma liegt, die Galle hoch.

Spanische Banken fordern von der Zentralregierung den Rentenfonds der Seguridad Social dazu zu nutzen um gegen die Immoblienkrise und den Verfall der komplett abgehobenen Preisvorstellung der noch aktiven Bauunternehmen vorzugehen. gefordert werden direkte Interventionen und Investitionen in allen moeglichen Bereichen, Aufkauf von (Schrott-) Immobilienfonds oder direkte Beteiligungen an Banken und Bautraeger. Etwas Feisteres als diese Aufforderung die Bloedheit und die Geldgier hiesiger Bankenmanager auf die Allgemeinheit der spanischen Einwohner abzuwaelzen und somit das wirtschaftliche Risiko der Banken auf Null zu druecken ist mir zumindest noch nicht untergekommen.

Doch woher kommt diese Forderung ?

Jahrelang hat die Moeglichkeit Immobilienkaeufe zu 100 % finanziert zu bekommen die Handel in Spanien extrem angeheizt und die Tiefstaende des Euribors verhalfen der spanischen Bauwirtschaft zu einer enormen Immobilienblase. Fertigstellungen von 300.000 bis zu 900.000 Wohneinheiten pro Jahr und dabei im Rekordjahr 2006 ueber dem was in Deutschland, Frankreich und Grossbritanien zusammen noch nicht einmal erreicht wurde, waren die Regel. Doch leider wurde deutlich ueber den Bedarf gebaut und die Quoten waren nur der Spekulationsblase gewidmet.
Banken halfen bei der Baufinanzierung und vor allem natuerlich auch bei der Kauffinanzierung von Immobilien. Dem niedrigen Euribor sei Dank, es konnte ein jeder einen Kredit bekommen, da Immobilienpreise niemals sinken wuerden. Jeder, ja das ist richtig, denn die geforderten 80 % Eigenkapital hat nur wenige, und so wurde einfach das Wertgutachten manipuliert und schon hatte man die 100 % Finanzierung in der Tasche.
Da auch eine Bank Risikovoirsorge  betreiben sollte, begab man sich fruehzeitig daran diese masslos ueberbewerteten Hypotheken Titel zu verkaufen.

Wie das geht ?

Ganz einfach, man mache aus solchen Schrottkrediten einfach verbriefte "Wertpapiere", in dem man sogenannte Retail Mortgage Backed Securities schuf (RMBS). Die wurden bis zu Beginn des Jahres fleissig an die Europaeische Zentralbank verkauft, musste man hier nur einen Sicherheitsabschlag von 18 % hinnehmen, doch leider hat nun eben diese EZB den Geldhahn zugedreht. Es herrscht schlicht und ergreifend Angst hier extreme Abschreibungen vornehmen zu koennen und somit auch andere, gesunde Volkswirtschaften in der EU, in Mitleidenschaft und in die Haftung des irrsinnigen Treibens der "Spanier" genommen zu werden.

Da Geld aus den Toepfen der EZB nicht mehr fliesst und RMBS im Grunde nach dem amerikanischem Finanzdesaster sich nicht mehr verkaufen, haben spanische Banken einen enormen Liquiditaetsengpass. Trotz aller gegenteiligen Beteuerungen der in den Bankenvorstaenden waltenden Doofheit.

Sollte die spanische Regierung der Forderung nachkommen und mit dem Geld aller Spanier auch noch zu zocken muss das Land sich nicht mehr nur auf harte wirtschaftliche Zeiten, die laengst schon angebrochen sind, einrichten, sondern sich extremen Protest- und Widerstandsaktionen der hiesigen Bevoelkerung stellen. Ob diese Regierung dann das Ende der Legislaturperiode ueberleben wird darf auch im Angesicht der geistigen Impotenz in der Wirtschaftspolitik mehr als bezweifelt werden.

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