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Spanisch lernen

Manolitos (Lehr)Erfahrungen

(Heiko): Dies ist ein Artikel geschrieben von Manolito im Spanienforum, ich habe mir erlaubt den Text hier noch einmal zu veröffentlichen: 

Ich habe etliche Sprachen gelernt, einige davon lehre ich, und kann daher aus meinen Erfahrungen berichten:

1.) In einem Schulbetrieb (Oberschule, Volkshochschule, oder wann immer so 20 Schüler beisammen sind) KANN die Lehrkraft nicht auf die einzelnen Lernwilligen eingehen. Das Ergebnis sind solide Grammatik-Kenntnisse, eine schauderhafte Aussprache und eine weitgehende Unfähigkeit, etwas zu sagen.

2.) GUTE Sprach-Schulen haben daher winzige Klassen, so um die drei Schüler. Sie sind daher notwendigerweise teurer, als die "grossklassigen", im Endeffekt jedoch wesentlich billiger, einfach weil man ein greifbares Ergebnis erhält.

3.) Ich selbst gebe Unterricht für 1 bis 3 Personen, zweimal eine volle Stunde pro Woche, wobei der Einzelunterricht zugegebenermassen teuer ist. Aber nach EINEM Jahr sind meine Einzelschüler in der Lage, sich über fast alles ziemlich fliessend zu unterhalten, spanisches Fernsehen zu geniessen (na ja, hängt vom Programm ab...) und Bücher auf Spanisch zu lesen. Bei den "Gruppen" hängt vieles davon ab, ob alle einen ähnlichen Lerneifer haben. Mein diesbezüglicher Rekord ist eine liebe alte Dame, die sehr fleissig war; die war nach fünf Monaten so weit.

4.) Als Textbuch/Lehrmethode benutze ich die ASSIMIL-Bücher. Kompakt, taschenfähig, in einem Buch ist alles drin, was man braucht, um das oben beschriebene Ziel zu erreichen. Die Methode funktioniert bei Jung und Alt, es muss allerdings auch der Wille da sein, täglich 30 Minuten in dem Buch zu lesen. Dabei ist Auswendiglernen weder nötig noch erwünscht, und Grammatik wird immer da angewendet, wo sie hilft. Aber gelernt wird sprechenderweise, vom ersten Tag an. Das interessante ist, dass die ASSIMIL-Bücher (es gibt sie in sehr vielen Heimat/Fremd-Sprachen-Paarungen) in sich selbst die Lehrmethode erklären; der Erfolg ist keineswegs auf ausgebildete Dozenten beschränkt. Für einen Selbstunterricht langt es allerdings nicht, aber wenn man jemand kennt, der BEIDE Sprachen KANN, dann kann man so jemand als Lehrer einspannen.

Fazit: GUTE Schulen haben KLEINE Klassen. Ausnahme: die sogenannten Crash-Kurse, wo Du praktisch Tag und Nacht in einem Kloster-ähnlichen Umfeld mit der zu lernenden Sprache abgefüllt wirst.


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