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Leidet Zapatero an Realitaetsverlust?

Geschrieben von manfred am Dienstag, 15. Januar 2008

In der gestrigen Boulevard Sendung Ana Rosa auf Tele 5 gab sich der spanische Regierungschef sichtlich locker und entspannt. Alle Fragen wurden von ihm mit gut einstudierter Laessigkeit beantwortet und es haette sicherlich eine gute Runde im Wahlkampf fuer ihn werden koennen, haette, ja haette er sich nur auf darauf beschraenkt unpolitsche Aussagen zu treffen.
Doch irgendwie konnte oder wollte er nicht anders und liess sich zu ein paar hahnebuechenden Aussagen hinreissen, die einem die Traenen in die Augen vor Lachen schiessen liess. Angesprochen auf die wirtschaftliche Situation kam natuerlich von ihm die Feststellung, dass Spanien Wirtschaft grundsolide sei und in sich gefestigt. Logisch solch ausgeprochene Hoffnungen im Rahmen eines Wahlkampfes, aber dann sollte er auch den Zuschauern mitteilen, dass es eben nur Hoffnungen sind und keine sachlich begruendete Fakten sind. Fakt ist, das Verbrauchervertrauen in Spanien ist auf ein historisches Tief gefallen, ein untruegliches Anzeichen fuer Wolken am Horizont des einstmals sonnigen Wirtschaftshimmels. Fakt ist, die Arbeitslosenquote ist gerade in diesem Sommer ueberdurchschnittlich gestiegen. Fakt ist, der Wirtschaftsmotor Baubranche stottert nicht nur, es bahnt sich ein kapitaler Motorschaden an.

Als sei dieser Gag im Rahmen der Sendung nicht genug, brachte der Regierungchef den Zuschauer bei, welche Auswirkungen ein isoliertes Leben im goldenen Kaefig als Politiker haben kann. In seiner euphorischen Selbstueberschaetzung und der seines Landes kam die Bemerkung, dass Spanien Wirtschaftskraft nicht nur gesund und gefestigt sei, sondern sogar die Wirtschaftskraft Frankreichs und Deutschlands bei weitem uebertreffe. Hier haette man wahrlich in schallendes Gelaechter ausbrechen koennen, waere dieser Spruch in einer Sendung wie Noche Hache oder einem anderen Satire Magazin gefallen, aber leider war es wirklich und leibhaftig der spanische Regierungschef, der hier sprach. Ein Regierungschef eines Landes, das noch zu den groessten Nettoempfaengern der EU gehoert, sollte aufpassen bei der Wahl seiner Worte, vielleicht hoeren und sehen ja gerade EU Politiker aus den besagten Laendern mit und aendern ihre Geldausschuettungen aus Bruessel in Richtung Spanien. Frankreich und Deutschland duerften sich als grosse Geberlaender der EU mit Sicherheit ueber die eingesparten Millarden freuen.

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