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Kippt Inmobiliaria Colonial um?

Geschrieben von manfred am Montag, 01. September 2008

Jedem potentiellem Kaeufer, Interessierte, Boersenspekulanten oder solche die schon leider schon vor geraumer Zeit vom Plan weg bei dem spanischen Unternehmen Inmobiliaria Colonial gekauft haben, sollte hoechste Vorsicht bei diesem Unternehmen walten lassen, denn gut geht es Colonial schon lange nicht mehr.

Als einer der Schwergewichte im Immmobilienmarkt Spaniens und auch ein gewichtiges Boersenunternehmen hat es auch dieses Unternehmen, dass noch recht vollmundig zu Beginn des Jahres gegen die Realitaeten des Marktes gewettert hatte, zu einem grandiosen Schuldenberg gebracht.

Ueber 8,99 Mrd. Euro Schulden (Netto) hat diese Immobilienunternehmen waehrend seines Lebens angesammelt, was in Spanien noch nicht so sonderlich auffaellig ist. Aber wenn ein Unternehmen in nur einem halben Jahr es schafft einen Verlust von 2,1 Mrd. Euro aufzubauen, dann, ja dann muss selbst der letzte Traeumer von einer stabilen Immobilienbranche in Spanien eingestehen, dass das nicht mehr lange gut gehen kann mit diesem Unternehmen. Auffaellig ist besonders der Anstieg um ca. 30% der Schulden in nur einem halben Jahr. Hier haben Aufsichtsrat und die dort vertretenen Banken nicht nur geschlafen, sondern wohl eher in tiefem Koma sich befunden.

Mehr als unzufriedenstellend sind die operativen Umsaetze des Unternehmens in seinem Kerngeschaeft. Von mehr als 1000 Wohneinheiten, die im Bau oder schon fertiggestellt sind, sind nach Angaben des Unternehmens erst 56 % verkauft. Doch auch Verkaufszahlen lassen sich schoenen, und nur sehr langsam lernen Unternehmensvorstaende im spanischen Immobilienunternehmen den Umgang mit der Wahrheit.

Denn wer glaubt noch die im 1.Quartalsbericht 2008 veroeffentlichten Aussagen ueber die glorreichen Aussichten der 23 Einkaufszentren und der 17 Unternehmensparks, die ab 2009 endlich Rendite erwirtschaften sollen. Da war wohl mehr Hoffnung Ausdruck der Worte als gelebte Wirklichkeit. Unhoeflich formuliert sollte jeder hier nachfragen: Wer braucht diese Einkaufszentren in einem Land dem die Bevoelkerung davon laeuft oder welche Unternehmen sollen denn in diese Unterenehmensparks einziehen angesicht der hohen Konkurszahlen in Spanien ?

So warten wir dann auf den naechsten Sturz eines Immobilienriesen, dessen Zusammenbruch noch durch die finanzierenden Banken in der ihnen eigenen Verzweifelung verhindert wird, wie das Unternehmen selbst in einer offiziellen Mitteilung an die Comisión Nacional del Mercado de Valores mitteilte. Doch Gespraeche hat es bislang noch nicht mit den Banken gegeben, die finden erst ab der kommenden Woche statt.

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