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Immobilienkrise Spanien: Banken übernehmen Kontrolle bei Metrovacesa

Geschrieben von manfred am Dienstag, 02. Dezember 2008

Am 02.12.2008 haben die groessten Glaeubigerbanken die Kontrolle beim Immobilienriesen Metrovacesa uebernommen.Eine monstroese Schuldenlast und Ueberbewertungen von Liegenschaften in aller Welt machten dies notwendig. Doch durch die Uebernahme fehlt den Banken nun dort Geld fuer Kredite, wo sie auch nach Basel II Richtlinien vertretbar sind. 
Und wieder einmal werden Manager fuer ihre Misswirtschaft auch noch belohnt, einige gehen mit stattlichen Abfindungen in den Vorruhestand.
Die an der Kontrolle beteiligte Banken sind: Banco Santander, Banco Popular, BBVA, Banesto, La Caixa, sowie Caja Madrid.
Hintergrund ist wohl, dass mit dem kurz bevorstehenden Zusammenbruch von Metrovacesa alle beteiligten Banken Abschreibungen im mittleren 2 stelligen Millarden Bereich haetten machen muessen und selbst damit in Bedraengnis gekommen waeren. Um den Absturz zumindest abzumindern hat man sich mit dem Mehrheitseigner Sanahuja auf die Uebernahme der Kontrolle geeinigt. Im Gegenzug dieser Aktion werden dem Unternehmen 4 Mrd. Schulden erlassen. 

Fragt sich nur ob eine durch Arbeitslosigkeit in Not geratene Familie diese "Banken" auch beigesprungen waeren mit einem Forderungsverzicht. Wohl kaum. Bewahrheitet sich doch leider wieder einmal, dass wenn die Betrugssumme gewaltig ist, man fuer seine Betruegereien auch noch belohnt wird. Herzlichen Glueckwunsch an die Vorstaende, die nun mit stattlichen Abfindungen in den Vorruhestand gehen duerfen. 

Betrug ist vielleicht ein harter Vorwurf, doch wie soll man im Angesicht der Immobiliensituation in Spanien allein der Jahre 2006, 2007 und 2008 erklaeren, dass bei verantwortlichen Banken nicht ein Neuron im Gehirn der Vorstaende vorhanden war, dass rational die ungeheure Kreditsucht von Metrovacesa begutachtet haette. Jeder, der sein Vermoegen bei den beteiligten Banken hat, sollte sich ernsthaft ueber seine Anlagen Gedanken machen, denn BBVA und Santander konnten doch auch nur durch die gelockerten Bilanzierungsregeln in 2008 noch Gewinn ausweisen und jetzt duerfen die Einlagenhalter bei diesen Banken auch noch das Katastrofenschiff Metrovacesa teuer bezahlen. Abgewickelt wird dieses von eher an Kleiderstaendern erinnernde Manager gefuehrte Haus so oder so. Zu monstroes die Schuldenlast und die in den Bilanzen vorhandenen Ueberbewertungen von Liegenschaften in aller Welt.

Etwas anderes macht jedoch auch diese Situation gefaehrlich. Durch die Uebernahme fehlt den Banken Geld, um dort Kredite zu vergeben wo sie auch nach Basel II Richtlinien vertretbar sind. Aber hier ist die Gier wieder am Greifen, nachdem unser Ministerpraesident Zapatero angekuendigt hat, weitere Milliarden in den Korruption- und Betrugssumpf der Immobilienwirtschaft aus Steuermitteln zu schuetten. Das wollen die Banken sich mit Sicherheit nicht entgehen lassen und spielen nun in einer Branche mit in der sie bislang schon sehr viel Geld verloren haben, in der Hoffnung auf oeffentliche Auftraege fuer Ihre uebernommenen Unternehmen. 

Auch wird eine weitere Hoffnung der Spanier auf sinkende Immobilienpreise durch solches Eingreifen von Banken vernichtet. Da die Banken sich notfalls in den Schutzschirm des spanischen Staates ohne jegliche grosse Verpflichtungen begeben koennen, haben sie es gar nicht noetig an der Preisspirale an von ihnen uebernommenen Liegenschaften nach unten zu drehen. Der bloede Anleger der brav sein Geld den Banken leiht weiss anscheinend gar nicht welche Macht er hat. Waere es ihm bewusst haette er laengst schon sein Geld von solchen Zockerhoehlen abgehoben.

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