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Deutsche in Spanien

In ganz Spanien sind etwa eine halbe Million Deutsche sesshaft

Deutsche in Spanien leben gerne da, wo andere Urlaub machen, der Traum vieler Deutschen. Umfragen zu Folge sehnt sich jeder dritte Deutsche nach einem besseren Leben an einem besseren Ort bei besserem Wetter. In Spanien leben, dieser Wunsch steht ganz hoch in der Gunst der Deutschen. Auf die Frage, wie viele Deutsche in Spanien leben, gibt es keine eindeutige Antwort. Es fehlt einfach an Statistiken, zudem melden sich viele Auswanderer in Spanien ganz einfach nicht bei ihrer Gemeinde an. Doch realistische Schätzungen gehen davon aus, dass in ganz Spanien etwa eine halbe Million Deutsche sesshaft sind. Auf den Kanaren, Mallorca und entlang der spanische Festlandsküste gibt es große deutsche Kolonien.

Viele Deutsche wollen vielleicht nur für ein paar Jahre nach Spanien gehen, bleiben dann aber doch. Andere dagegen bauen sich während häufiger Reisen nach Spanien ein zweites Standbein im Süden auf. Clevere bereiten ihre Umsiedlung über Jahre vor, Kontakte werden geknüpft, gute Gelegenheiten erkundet.
Die Goldgräberzeit ist zwar vorbei, aber es hat immer noch genug Vorteile für Deutsche, in Spanien zu leben. Abgesehen natürlich vom Wetter und der boomenden Wirtschaft, machen die Spanier es den Deutschen leicht, sich einzuleben. Deutsche geniessen in Spanien einen guten Ruf, sie integrieren sich leicht, vorausgesetzt sie geben sich Mühe, Spanisch zu lernen. Für den Anfang findet man meist schnell eine deutsche Gemeinschaft in Spanien, die schon gut mit den Spaniern zusammenlebt, es gibt viele Ehen D - SP, gemeinsame Geschäfte etc. 

Deutsche die in Spanien leben, behalten gerne ihre alten Gewohnheiten bei, ob es die für Spanier frühe Zeit des Abendessens oder die Einkaufsgewohnheiten sind. Letzteres kann man gut beim deutschen Bäcker oder in den zahlreich vertretenen Lidl, Plus oder Aldi Filialen beobachten.
An einigen Orten in Spanien sind die Deutschen auch schon fast wieder unter sich. Manche kleine spanische Städte haben bereits mehr Deutsche als spanische Einwohner (Els Poblets an der Costa Blanca ist ein solches Beispiel), diese treiben die (Immobilien)Preise nach oben. So gibt es auf Mallorca schon regelrechte deutsche Nobel-Ghettos.

Deutsche die in Spanien leben wollen, sollten ein positives Ziel anstreben, hin zum ausgewählten Ort, der gut gefällt. Ein negatives Ziel, wie einfach nur weg, beinahe egal wohin, ist eine schlechte Voraussetzung. Dabei trifft jeder seine Entscheidung - unabhängig von seinen Motiven - nach den Vorstellungen, die er von seinem Zielland hat. Diese sollten gegenwartsnah und frei von Illusionen sein. Ein einfacher Urlaub reicht da kaum.
Deutsche in Spanien fühlen sich schnell dazugehörig. Es kommt natürlich immer darauf an, wie man sich gibt. Wenn man sich bescheiden, wie eine Gast verhält, bekommt man eindeutig nur Sympathie entgegengebracht. Manchen Deutschen in Spanien fällt es sogar sehr leicht, sich an die allgemeine Mentalität anzupassen. Es wird nicht immer alles so bierernst genommen. Der Nachbar pocht nicht auf sein Recht bis zum Gerichtsverfahren, der Polizist lässt den Strafzettel schon mal verschwinden und das Finanzamt kontrolliert den Kleinunternehmer nur, wenn es unbedingt muss ... 

Allerdings ist das Leben in Spanien nichts für 'Nörgler', die ständig das Haar in der Suppe suchen. Natürlich ist nicht alles dort 'besser' oder 'toll', vor allem, wenn man mit Anfangsschwierigkeiten zu kämpfen hat. Aber wenn man gewisse Voraussetzungen mitbringt, wie Aufgeschlossenheit, Toleranz und Freundlichkeit, dann hat man gute Chancen als Deutscher in Spanien glücklich zu werden, sich zu integrieren und einen netten Bekanntenkreis zu finden. 
Manche Deutsche in Spanien verhalten sich aber leider, als wären sie in Deutschland 2, geben sich keine Mühe Spanisch zu lernen und geben den Spaniern die Schuld wenn nichts klappt, weil sie keiner versteht. Da braucht man sich nicht über die Ablehnung der einheimischen Bevölkerung wundern. 

Verbundenheit mit daheimgebliebenen Verwandten und Freunden kann man heutzutage auch nach dem Auswandern nach Spanien noch pflegen. Schließlich ist durch das Internet und günstige Telefontarife die Welt deutlich "kleiner" geworden. Und Flugreisen kosten zumindest derzeit auch nicht die Welt. Eine Zugfahrt von Köln nach Berlin kostet das Gleiche wie ein Flug Mallorca - Berlin. Ausserdem kommen Freunde und Verwandte immer gerne zu Besuch. Wenn dann die Auswanderer fragen, was es Neues gibt, heißt es oft, 'Ach, nichts Besonderes’. Dagegen haben Deutsche in Spanien fast immer Aufregendes zu erzählen.

Wer schon immer den Wunsch hatte in sonnigen Spanien zu leben, trägt als Kraftquelle die Idee der Selbstverwirklichung in sich. Diese Energie wird auch wirklich benötigt. Denn oft muss man bereit sein, mit einem niedrigeren Lohn für mehr Arbeit zu leben. Zudem muss das neue Umfeld erschlossen werden. Das ist natürlich auch eine Vergnügen, je nach Naturell. 
Auf jeden Fall müssen Auswanderungswillige frische Luft, Sonne, ggf. Meer, spanische Lebensart und auch die Liebenswürdigkeit der Spanier als starken Pluspunkt in ihre Überlegungen mit einbeziehen. Sonst geht die Rechnung nicht auf. Doch viele Beispiele, von Menschen die es im Süden geschafft haben und hier zufriedener leben als zuvor in ihrer Heimat, zeigen, dass sich die Mühe lohnt.


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