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Deutsche Arbeitnehmer in Spanien

Unterschiede in den Wertesystemen

Im Allgemeinen können Sie davon ausgehen, daß man Ihnen positiv gegenübertritt. Die Deutschen sind bei den Spaniern gern gesehen, nicht nur als Touristen, sondern auch als Arbeitnehmer oder Geschäftspartner. Die Spanier lieben " typisch deutsche" Organisation, Effizienz, Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit.

Der Spanier dagegen zeichnet sich durch Gelassenheit und Improvisationsgabe aus, es fällt Deutschen auf, daß die menschliche Komponente in Spanien ganz wichtig ist. So wird das freundschaftliche "Du" wesentlich eher angeboten als in Deutschland.

Dies bedeutet jedoch nicht, daß man mit dem Spanier direkt gut Freund ist, es wird lediglich der tägliche Umgang erleichtert. Oft wird mit Arbeitskollegen morgens ein kurzes gemeinsames Frühstück in einer nahegelegen Bar eingenommen.

Es existieren Unterschiede in den Wertesystemen von Deutschen und Spaniern, die leicht zu Mißverständnissen im Arbeitsalltag führen können. So das Thema Pünktlichkeit.
Spanier sind oft nach dem Verständnis von Deutschen unpünktlich, es ist fast normal, daß der Spanier zu einem Treffen mit Verspätung erscheint. Wenn sich ein Spanier verabredet, dann kalkuliert er bereits eine Zeitspanne von 10-20 Min. ein. Kommt der Deutsche dann punktgenau, bringt er die Vorstellung des Spaniers ein wenig durcheinander, er fühlt sich nach seinem Zeitverständnis pünktlich.

Ein anderer Unterschied im Arbeitsalltag ist die Art und Weise der Problemlösung. Der Spanier geht oft Probleme nicht direkt an, sondern bevorzugt diese auszusitzen. In der Hoffnung, daß die Zeit das Problem lösen wird. Das planerische Denken scheint nicht so stark ausgeprägt zu sein wie in Deutschland. Wenn bei langfristigen Verhandlungen die "deutsche Seite" stets gerne einen Arbeitsplan für die nächsten Zeitabschnitte erstellt, begrüßt die "spanische Seite" dies zwar, nimmt das Planen aber nicht so ernst.

Der Spanier scheint eher seine Kreativität zur Lösung des Problems einsetzen zu wollen. Die detaillierte Planung wird hier anscheinend (unterbewußt) nur als Störfaktor gesehen.

Nerven kosten vor allem die Vorstellungstermine, die oft nicht eingehalten werden. Auch passiert es immer wieder, daß man hingehalten wird. Die Spanier können einfach nicht "Nein!" sagen.
Das wäre zu unhöflich. So wartet man und wartet ...
Das Vorhandensein guter Beziehungen ist ein wichtiger Faktor auf dem spanischen Markt. Ohne Verbindungen über Familie oder Freunde kann es passieren, daß auf Bewerbungen nicht geantwortet wird.
Wer in Spanien arbeiten will, muß perfekt Spanisch sprechen und weitere besondere Qualifikationen vorweisen können, die einheimische Bewerber nicht haben. Die hohe Arbeitslosigkeit bringt es mit sich, daß allenfalls ausländische Spezialisten oder Saisonkräfte im Tourismus eine Stelle bekommen. In den großen Touristikzentren bieten sich Beschäftigungsmöglichkeiten z.B. für Friseure, Masseure, Kosmetikerinnen aber auch für Zahntechniker und Laboranten.

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