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Der leise Tod der Immobilienbranche

Geschrieben von manfred am Dienstag, 02. Oktober 2007

Die Immobilienkrise in Spanien schwebt seit geraumer Zeit wie ein Damokles Schwert ueber der gesamten Baubranche, jedoch kaum einer wollte oder konnte glauben, dass die schoene Zeit der ewig steigenden Preisen einmal vorbei sein wuerde.
Nein, vielmehr versuchten alle Beteiligten und von der Immobilienbranche Abhaengigen, dass Spanien hier eine geniale Ausnahme der Betriebswirtschaftslehre und auch der Volkswirtschaftslehre bilde. Abhaengige, wie gekaufte Politiker ebneten mit einer ungeheuren Ignoranz und Arroganz erst dem Immobilienboom den Weg mit bestellten Enteignungen und sogar mit gefaelligen Gesetzen, an denen Bruessel sich immer wieder stiess und sich zu klaren Worten ueber diesen Korruptionssumpf ausliess. Genutzt hat es wenig.

Wohnungen wurden mit Phantasiewerten im Rahmen der Kreditbergaben durch Banken bewertet, so dass ein jeder zu Niedrigzinszeiten kaufen konnte. Genau diese Banken wollen heute der Oeffentlichkeit Glauben machen, dass ihre herausgegebenen Kredite bestens abgesichert seien und sie sich keiner Notsituation ausgesetzt sehen. Viele Kreditnehmer sehen leider nun die Negativseite der spanischen Kreditvergabementalitaet, steigende Zinsen lassen keinen Spielraum mehr. Zum Leben zu wenig, zum Sterben zuviel. Dieser Spruch ist mittlerweile fuer viele spanische Haushalte brutale Realitaet geworden und vielen wird zu spaet bewusst wie spekulativ die spanische Kreditvergabe ist, jedes Fremdwaehrungsdarlehen ist da sicherer.

Leider nur, dass auch die schoenste Blase der Illusionen einmal platzt und der Realitaet weicht. Am 1. Okt. 2007 hat die grosse Immobilienfirma LLanera erst einmal nur seinen Geld gebenden Banken einen Schock versetzt in dem sie zugab, dass sie kurz vor dem kompletten Zusammenbruch stehe. Reuters meldet:

Seis filiales de inmobiliaria Llanera piden suspensión de pagos

Llanera ist sicherlich nicht der einzige "Schwaechling", den die Krise ueberrollen wird, doch bezeichnend ist es schon, dass es genau dieses valencianische Unternehmen ist, das noch vor Monaten sich ob seiner Expansionspolitik als erfolgreiches Unternehmen darstellte. Trotz aller aufgelaufenen Verbindlichkeiten, bei denen jedem normalem Untenehmen schon laengst die Hausbank den Geldhahn zugedreht haette. Eine Marktbereingung setzt nun langsam ein, hoffen wir nur dass auch die spanischen Grossbanken endlich ihre masslosen Verstrickungen in diesem Marktsegment neu bewerten und wieder zurueckfinden zum gesetzeskonformen Umgang mit den Einlagen seiner Kunden.

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